Archiv der Kategorie 'Rückblicke'

JANUAR-STAMMTISCH REVIEW

Da sich nur 3 Menschen einfanden, konnten wir uns ausführlich persönlich austauschen.
Unsere Themen waren durch gemischt privates und Studien-Interesse an neuen Beziehungsformen in unserer Gesellschaft geprägt. Wie entsteht gefühlt „genügend“ Zeit fürs Zusammensein in einer Beziehung mit einem liebsten Menschen; wie erlebt frau/man eine Torpedierung dieser Zeit durch einen weiteren Partner dieses liebsten Menschen? Wie wirkt sich eine eigene lockerere Einstellung/ Stimmung zum Thema Paarbeziehung aus?

November 2011 – Review

Aus gegebenem Anlass zunächst der Hinweis, dass die Buchbar am zweiten Dienstag des Monats nur noch wegen „uns“ öffnet. Daher bitte nicht wundern, falls ihr früher da seid und noch geschlossen ist. Schön wäre es, wenn alle halbwegs pünktlich sind, nicht dass wir aufgrund scheinbar mangelnder Beteiligung umziehen müssen und Nachzügler vor dann wieder verschlossenen Türen stehen. Heute hat es schon mal gut geklappt und alle (fünf mir neue Gesichter und zwei bekannte) waren gegen 20 Uhr da.

Nach einer kleinen Vorstellungsrunde ruckelten wir uns so langsam ins Thema und schnell wurde wieder deutlich, wie breit die Thematik und wie individuell das jeweilige Verständnis von zentralen Begriffe wie Liebe, Beziehung und Eifersucht ist. Besonders mit der Eifersucht setzten wir uns – zeitweise aufgrund einer Raucherpause leider getrennt – etwas intensiver auseinander. Eifersucht als verletzter Besitzanspruch oder unerfüllte Begierde? Ein oder mehrere Partner, mit dem oder denen wir zumindest einige unsere Bedürfnisse (dann doch wieder exklusiv?!) ausleben wollen? Schließt Polyamorie Eifersucht aus und von welchen Ansprüchen und Erwartungen trennen wir uns wirklich, wenn wir uns für ein alternatives Beziehungsmodell entscheiden? Klären konnten wir diese Fragen natürlich nicht erschöpfend, jedoch durften wir verschiedene Eindrücke und Erfahrungen hören und ich denke, alle nahmen interessante Denkanstöße mit nach Hause.

Für mich persönlich ist es immer wieder schön und motivierend zu erleben, wie schnell und intensiv Wildfremde zu an sich „heiklen“ – da teilweise tabuisierten – Themen ins Gespräch kommen können. Als besonders spannend empfinde ich es dabei, wie schwer es in solchen Gespräch ist, die richtigen, gleich verstandenen Worte zu finden und wie dies dann meist doch noch irgendwie gelingt ;)

Ich würde mich auch hier über Kommentare freuen. Lasst uns wissen wie ihr den Abend empfunden habt.

Gruß,
Sven

Oktoberstammtisch 2011 – Minireview

Diesmal war ich ausnahmsweise schon 19:30 Uhr da, einfach weils sich so ergeben hat. Außer der freundlichen Bedienung war die Buchbar allerding wie leergefegt. Und für den Rest des Abends sollte das auch irgendwie so bleiben. Lediglich kurz nach 20 bzw. 21 Uhr tauchte noch jemand auf, so daß wir schließlich zu dritt waren. Auf den ersten Blick eine etwas magere Ausbeute, auf den zweiten Blick jedoch gar nicht so dumm, konnten wir uns auf diese Weise besser aufeinander konzentrieren und jeder hatte die Möglichkeit, seine Gedanken ausführlich darzulegen. Die Themen streiften von „Wahrnehmung des eigenen Körpers“ über Postmoderne und Milieubildung bis hin zu der Frage, was denn nun eigentlich die Grundlage des Bauchgefühls ist – ist es die Summe aller Erfahrungen, die man jemals gemacht hat oder steckt vielleicht doch eine spirituelle Verbindung dahinter? Beziehungsthemen wurden natürlich ebenfalls gewälzt. Ein sehr gemütlicher Abend!

Stammtisch August Minireview

Ja, es gibt uns noch.

Nach ein wenig Irritation gab es vorletzten Dienstag doch mal wieder einen Amoriestammtisch – immerhin besucht von 7 Interessierten, dabei nur Ingo und Hexe vom „Stammteam“. Neue Gesichter aus Leipzig, Erfurt und Heidelberg waren dafür zur Unterstützung aufgetaucht.
Nachdem die Moderationsfrage geklärt und eine kleine Vorstellungsrunde sich ergab gings ohne Struktur zum Thema.
Gesprochen wurde über viele Basisgedanken zum Thema nichtexklusiver Beziehungsformen als auch über aktuelle Situationen, es war recht gemütlich und leider viel zu früh vorbei. :D (also ich hätte noch Bock gehabt)
Soweit ganz kurz.
Hoffentlich bis zum nächsten Mal, dann wieder mit mehr bekannten Gesichtern nach dem Sommerloch.

Februarstammtisch 2011 – Rückblick

Zweiter Stammtisch in diesem Jahr, der perfekte Zeitpunkt also, die Tradition des Rückblicks wieder aufzunehmen.

Neben vier Leuten, die schon seit Gründung des Stammtisches dabei sind, durften sieben neue bis ganz neue Gesichter begrüßt werden. In einer fragmentarischen Kennenlernrunde offenbarten sich interessante Beziehungsmodelle – u.a. die Eltern eines kleinen Kindes, die in getrennten Wohnungen im gleichen Haus wohnen, kein Liebespaar mehr sind und trotzdem den Spagat aus Familien- und eigenes Privatleben meistern; zwei Frauen, die schon seit Jahren befreundet sind und ihre gemeinsamen Gefühle erst vor nicht allzu langer Zeit entdeckt haben; eine Frau mit verschiedenen Bekanntenschaften in unterschiedlicher Intensität, welche gar nicht so genau definiert werden können / wollen / müssen; ein fest zusammenlebendes Pärchen mit bereichernden Nebenbeziehungen.

Zur Einstimmung gab es diesmal die kleine Reportage „Ferien in Schlampenau, Sommercamp für unnatürliche Frauen“. In diesem Dokumentarfilm sprechen vier Teilnehmerinnen des Sommercamps über Polyamorie, das Camp selbst, Feminismus, Vernetzung und ihre Träume für die Zukunft. Mit dem Einwurf „ohne Männer wäre das aber recht langweilig“ kamen dann unterschiedliche Diskussionen nach dem doch sehr lesbisch geprägten Film ins Rollen. U.a. wurde die Frage angeschnitten, wieviele/welche Bezugspersonen ein Kind braucht, wer Kinder überhaupt adoptieren darf und welche Beziehungsform eigentlich die natürlichste ist.

Im Verlauf des Abends wurde die These „Beinhaltet Liebe auch Gewalt“ sehr heiß diskutiert. Gewaltige Gefühle, wo man vor Glück am liebsten Bäume ausreißen würde? Kindern, die man liebt, zwingt man Grenzen und Verhaltensweisen auf – schon beim abendlichen Ins-Bett-Schicken gegen den Willen des Kindes übt man z.B. Macht aus. Und was ist mit dem Satz „Ich liebe Dich“ – ist er tatsächlich so gewaltfrei, wie man denken mag? Immerhin kann man damit auch jemanden bspw. emotional erpressen. Aber handelt es sich dann noch um Liebe? Oder läßt man sich lediglich von seinen Ängsten steuern? Angst = Abwesenheit von Liebe?

Die letzte Frage des Abends konnte aus Zeitmangel – es war schon halb/dreiviertel elf und viele mußten am nächsten Tag früh raus – leider nicht mehr wirklich diskutiert werden: Wie erreicht man die Synthese aus „Unabhängigkeit eines Singles“ und „die Sicherheit und Geborgenheit, die nur eine feste Beziehung geben kann“? Interessantes Stichwort an dieser Stelle war die „Dekonstruktion der Dekonstruktion“ – sprich den Beobachter, der das eigene Verhalten in einer Situation beobachtet und analysiert, zu beobachten und zu analysieren, nach neuen Standpunkten Ausschau halten. [Anm. in eigener Sache: Ich würde mich sehr freuen, wenn die beiden Herren – J. und S. – sich vllt. über die Kommentarfunktion melden würden und wir das im kleinen Kreis weiter besprechen? Ich bin mir sicher, daß ich / wir ein paar für euch durchaus spannende Gedanken / Erfahrungen haben – eure Gedanken faszinierten mich auf jeden Fall!]

Liebe Grüße an alle und vielen Dank für den schönen Abend!
Conny

PS: Als Buchtip wurde „Fragmente einer Sprache der Liebe.“ von Roland Barthes genannt.

3. Stammtisch: Rückblick

Vergangener Dienstag, dritter Amoriestammtisch, erster im neuen Jahr, zum ersten Mal im Stadtteilhaus in der Neustadt, wo wir einen Seminarraum für uns gemietet hatten. Dadurch, dass wir den Raum ganz für uns hatten, war es eine sehr ruhige, fast private Atmosphäre. Einige whatten etwas zum Essen mitgebracht, zum Seminarraum gehört eine kleine Küche, die ir nutzen konnten um Tee zu kochen, Geschirr zu nehmen und nachher wieder abzuspülen :) . War gemütlich.

Wir waren diesmal mit sieben Leuten im Vergleich zu den ersten beiden Treffen eine wirklich kleine Runde. Da die auch erst so nach und nach eintrudelten, haben wir lange erstmal einfach über das gequatscht, was sich eben so ergeben hat, und auch danach, als wir dann den „offiziellen“ Teil zu unserem Thema eingeläutet haben, waren die Gespräche sehr persönlich. Es ging viel um das Leben der einzelnen Leute, die da waren, jede(r) hat bisschen was von sich erzählt.

Dabei haben wir unter anderem darüber diskutiert, wer in einer Beziehung wen glücklich machen muss oder kann. Jeder sich selbst? Alle sich gegenseitig? Inwiefern hat Glück überhaupt mit Beziehung zu tun? Insofern, dass Beziehungen wie „Trittleitern“ sind, die uns helfen, uns weiterzuentwickeln? Und dann ging es um die Kunst, wie man es anstellt, nicht ständig neue Trittleitern zu brauchen, sondern innerhalb einer Beziehung sich gemeinsam zu entwickeln. (Wer zu dem Thema eine Patentlösung hat, möge sie in den Kommentaren hinterlassen ;-) )

Thema waren auch wieder Erwartungen an Beziehungen. Inwiefern verlangen wir zu viel von unseren (monogamen oder nichtmonogamen) Beziehungen? Müssen wir das alles in einer Beziehung finden? Können wir es in mehreren finden, oder in Freundschaften, oder wird es auch immer unerfüllte Wünsche geben, so dass wir einfach lernen müssen, an irgendeinem Punkt Verzicht zu üben? Und an welchem? Ob bei keiner, einer, zwei, drei oder vielen Beziehungen, da muss wohl jeder seine oder ihre eigene Antwort drauf finden.

Wir haben feste Beziehungen mit zusätzlichen, losen (Sexual-)kontakten angerissen, über Konstellationen mit einer festen und anderen, weniger engen aber ebenfalls festen Nebenbeziehungen gesprochen, und über eine Konstellation mit zwei verbindlichen, gleichwertigen Beziehungen. Und über die Möglichkeit, mit einem vorhandenen Partner gemeinsam neue Kontakte nach außen zu knüpfen. Ganz schön bunt…

Außerdem ging es um Absprachen und Rücksichtnahme und darüber, wie man einem potentiellen Partner schonend vermittelt, dass man sich eine in irgendeiner Form nicht-monogame Beziehung wünscht. Und um Freiraum in Beziehungen, darüber, wieviel man teilen will und kann, und wo auch Platz für was eigenes ohne den Partner sein soll (sei es ein eigener Urlaub oder ein(e) eigene(r) Partner(in)).

Antworten gefunden? Nur zum Teil. Gut diskutiert? Ja, sicher.

Es wäre schön gewesen, wenn wir ein paar mehr Leute gewesen wären. Falls es einen bestimmten Grund gab, warum ihr diesmal nicht gekommen seid (und es in unserer Macht liegt, bei der Organisation darauf zu achten) dann hinterlasst doch bitte einen Kommentar oder schreibt eine Email, damit wir in Zukunft drauf achten können.

Liebe Grüße an Euch alle,
Lena

Zweiter Stammtisch – Rückblick

Gestern war unser zweiter Stammtisch im Barnebys in der Neustadt. Ganz hinten im letzten Raum fand sich unsere Gruppe zusammen, um gemeinsam zu quatschen (und zu frösteln). Die Runde bestand diesmal aus ca. 15 Leuten, von denen die meisten schon zu Beginn da waren, aber auch alle Nachkommenden wurden freudig begrüßt. Viele Gesichter waren noch vom ersten Treffen bekannt, aber es gab auch einige neue. Daher haben wir zunächst noch einmal mit einer kurzen Vorstellungsrunde begonnen, einerseits um die Namen und Eindrücke aufzufrischen, andererseits um einfach einen guten Einstieg ins Gespräch zu finden.
Dann gings auch schon los mit Diskutieren, der Begriff „Beziehung“ stand im Raum und was mensch denn eigentlich als Beziehung definieren kann. Schnell wurde deutlich, daß es nicht nur eine Art von Beziehung gibt. Selbst auf die „Paarbildung zwischen zwei Menschen“ bezogen gibt es mehr mögliche Arten von Beziehungen, als man zunächst vermuten würde – und schon gar nicht wird eine Beziehung allein über den sexuellen Kontakt definiert. Es kristallisierte sich sehr gut heraus, daß Kommunikation in jeder zwischenmenschlichen Interaktion eine Schlüsselrolle zukommt und mensch niemals etwas als gegeben voraussetzen sollte. Zudem sollte mensch mit Kommunizieren nicht erst anfangen, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Viele Mißverständnisse und Konflikte entstehen einfach dadurch, daß die Beteiligten ihre Gefühle und Wünsche nicht richtig mitteilen (können) und für sich behalten.
Anschließend wurde die Frage gestellt, wer denn schon Erfahrungen mit „Mitfreude“ gemacht hätte. Sprich sich darüber freuen, daß dem Partner/der Partnerin etwas Gutes widerfährt (wie z.B. sich in einen anderen Menschen zu verlieben), anstatt eifersüchtig zu sein. Tatsächlich konnten einige davon berichten, wie schön doch das Gefühl der Mitfreude ist, Eifersucht deswegen aber nicht automatisch verschwindet. Ob mensch mit Eifersucht oder Mitfreude reagiert, hängt viel davon ab, wie der Partner/die Partnerin seine/ihre Erlebnisse schildert. Sprüht er/sie vor Freude und läßt den anderen an seinen Erlebnissen teil haben, kann mensch gar nicht anders, als sich mit zu freuen. Wird jedoch ein Geheimnis daraus gemacht, was mit einem dritten Menschen erlebt wurde (auch wenn es aus dem Gedanken heraus geschieht, den anderen nicht verletzen zu wollen), kommt schnell Eifersucht auf, zumindest aber ein Gefühl des Mißtrauens oder Unbehagens. Wichtig sind hier Offenheit, Ehrlichkeit und Loyalität. Diese anzustrebenden Eigenschaften sind übrigens sicher nicht nur in einer polyamorösen Beziehung der Weg zum Erfolg.
Neben diesen Hauptthemen wurden auch Fragen einzelner TeilnehmerInnen zu bestimmten Situationen und Erlebnissen diskutiert. Viele empfanden es als angenehm und befreiend, in dieser Runde über Probleme oder Gedanken sprechen zu können, bei denen sie im normalen Alltag sonst eher mit skeptischen, mitleidigen oder unverständlichen Blicken bedacht würden. Am Rande blitzte kurz auf, daß die frühkindlichen Erfahrungen (selbst noch im Mutterleib) einen großen Einfluß auf das spätere Beziehungsleben haben können.
Später am Abend, nachdem uns auch schon die ersten wieder verlassen mußten, bildeten sich kleinere Gesprächsgruppen. Die meisten blieben bis ca. 21:30 Uhr / 22:00 Uhr. Mit knapp 3 Stunden war es ein sehr schöner Abend mit spannenden Themen und interessanten GesprächsteilnehmerInnen.

Vielen Dank an alle, die da waren!

Conny

Das Erste Mal

So liebe Leute,
der erste Amoriestammtisch in Dresden hat stattgefunden mit einer Teilnehmer_innenzahl, viel höher als erwartet. Der bestellte Platz in der Bierstube hat lange nicht ausgereicht, weswegen wir gegen 21.00 Uhr tatsächlich in den besetzten Potthoffbau umziehen mussten.
Leider hat ausser einer sehr interessanten Vorstellungsrunde thematisch noch kein größerer Austausch stattgefunden, aber damit war wohl zu rechnen.
Dafür existiert jetzt eine Mailingliste und wir haben schon mal eine ungefähre Ahnung, was wir alle vom Stammtisch erwarten.

Und wir haben uns entschieden:
Das nächste Treffen findet statt am
Dienstag, den 15. 12. 2009
19.00 Uhr

Der Ort steht noch nicht fest, eventuell wird es ein separater Raum im Barneby in der Dresdner Äußeren Neustadt. Es können, denke ich, aber auch noch andere Vorschläge eingereicht werden.

Allen die da waren ein liebes Danke, alle die noch kommen – traut euch!

Bis bald,
Hexe